Apothekennotdienstsicherstellungsgesetz (ANSG): Unterschied zwischen den Versionen

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Zum 01.08.2013 wird das Apothekennotdienstsicherstellungsgesetz (ANSG) in Kraft treten. Ziel des Gesetzes ist es, den Apotheken für die von ihnen geleisteten Notdienste einen finanziellen Zuschuss zu gewähren. Insgesamt ca. 120 Mio. Euro sollen pro Jahr bereitgestellt und leistungsgerecht nach Anzahl der erbrachten Notdienste an die Apotheken ausgezahlt werden.<br><br>Zur Verwaltung der Mittel wurde ein Nacht- und Notdienstfonds in Trägerschaft des DAV eingerichtet. Finanziert wird der Fonds durch eine Anpassung der Arzneimittelpreisverordnung, welche zum 01.08.2013 in Kraft tritt. Zu diesem Stichtag erhöhen sich die Preise verschreibungspflichtiger Humanarzneimittel um 16 Cent zzgl. Mehrwertsteuer. Die 16 Cent stellen einen zweckgebundenen Betrag dar, welcher pro verkaufter Packung von den Apotheken an den Fonds abzuführen ist.<br><br>Bei Arzneimitteln, die als Sachleistung abgegeben und über die Rechenzentren abgerechnet werden, übernehmen die Rechenzentren die Einzahlung in den Fonds. Über die Anzahl verschreibungspflichtiger Humanarzneimittel, welche anderweitig abgegeben wurden, müssen die Apotheken in einer Selbsterklärung Auskunft geben. Die daraus resultierenden Beitragsanteile werden über die Rechenzentren an den Fonds gemeldet und dort entsprechend verrechnet.<br><br>
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Zum 01.08.2013 ist das Apothekennotdienstsicherstellungsgesetz (ANSG) in Kraft getreten. Ziel des Gesetzes ist es, den Apotheken für die von ihnen geleisteten Notdienste einen finanziellen Zuschuss zu gewähren. Insgesamt ca. 120 Mio. Euro sollen pro Jahr bereitgestellt und leistungsgerecht nach Anzahl der erbrachten Notdienste an die Apotheken ausgezahlt werden.<br><br>Zur Verwaltung der Mittel wurde ein Nacht- und Notdienstfonds in Trägerschaft des DAV eingerichtet. Finanziert wird der Fonds durch eine Anpassung der Arzneimittelpreisverordnung, welche zum 01.08.2013 in Kraft getreten ist. Zu diesem Stichtag erhöhen sich die Preise verschreibungspflichtiger Humanarzneimittel um 16 Cent zzgl. Mehrwertsteuer. Die 16 Cent stellen einen zweckgebundenen Betrag dar, welcher pro verkaufter Packung von den Apotheken an den Fonds abzuführen ist.<br><br>Bei Arzneimitteln, die als Sachleistung abgegeben und über die Rechenzentren abgerechnet werden, übernehmen die Rechenzentren die Einzahlung in den Fonds. Über die Anzahl verschreibungspflichtiger Humanarzneimittel, welche anderweitig abgegeben wurden, müssen die Apotheken in einer Selbsterklärung Auskunft geben. Die daraus resultierenden Beitragsanteile werden über die Rechenzentren an den Fonds gemeldet und dort entsprechend verrechnet.<br><br>
  
 
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*Abgabe von Packungen an Krankenhäuser und gleichgestellte Einrichtungen  
 
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*Abgabe an in § 47 Absatz 1 Satz 1 Nummer 2 bis 9 AMG genannten Personen und Einrichtungen unter den dort bezeichneten Voraussetzungen (betrifft u.a. Lieferung von Impfstoffen und Infusionslösungen an Ärzte und Gesundheitsämter)  
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*Abgabe von Humanarzneimitteln zur Anwendung bei Tieren&nbsp;
  
 
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Die Belege sind den Anforderungen des DAV zufolge monatlich am ersten Werktag für den zurückliegenden Monat zu bedrucken, erstmals also am 2. September für die im August abgegebenen Packungen. Die Apotheke druckt pro verwendetem Apotheken-IK einen Beleg und reicht diesen bei ihrem Apothekenrechenzentrum ein.  
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Die Belege sind den Anforderungen des DAV zufolge monatlich am ersten Werktag für den zurückliegenden Monat zu bedrucken, erstmals also ab 2. September für die im August abgegebenen Packungen. Die Apotheke druckt pro Apotheken-IK&nbsp;(auch für IK ohne Abgabemengen) einen Beleg und reicht diesen bei ihrem Apothekenrechenzentrum ein.  
  
 
Den Selbsterklärungs-Sonderbeleg drucken Sie in der '''Kasse''' wie folgt aus:   
 
Den Selbsterklärungs-Sonderbeleg drucken Sie in der '''Kasse''' wie folgt aus:   
  
*Legen Sie den Sonderbeleg am Kassendrucker ein   
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*Legen Sie den Sonderbeleg am Kassendrucker ein.   
 
*Wählen Sie unter ''Abverkauf'' / Register ''Drucken'' / ''Sonstige Layouts'' die Funktionsschaltfläche ''Selbsterklärung Nacht- und Notdienstfonds ''aus.
 
*Wählen Sie unter ''Abverkauf'' / Register ''Drucken'' / ''Sonstige Layouts'' die Funktionsschaltfläche ''Selbsterklärung Nacht- und Notdienstfonds ''aus.
  
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Mit dem nächsten WINAPO<sup>®</sup> 64 -Update werden wir Ihnen die neuen Notdienstfonds-Kennzahlen als Kriterien im Thema ''Artikel'' der A'''uswertungen''' zur Verfügung stellen. Zudem werden zwei neue Standardmodelle die oben beschriebenen individuellen Modelle ablösen. ---&gt;
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Mit dem nächsten WINAPO<sup>®</sup> 64 -Update werden wir Ihnen die neuen Notdienstfonds-Kennzahlen als Kriterien im Thema ''Artikel'' der A'''uswertungen''' zur Verfügung stellen. Zudem werden zwei neue Standardmodelle die oben beschriebenen individuellen Modelle ablösen.  
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Version vom 28. August 2013, 10:15 Uhr

Hintergrund

Zum 01.08.2013 ist das Apothekennotdienstsicherstellungsgesetz (ANSG) in Kraft getreten. Ziel des Gesetzes ist es, den Apotheken für die von ihnen geleisteten Notdienste einen finanziellen Zuschuss zu gewähren. Insgesamt ca. 120 Mio. Euro sollen pro Jahr bereitgestellt und leistungsgerecht nach Anzahl der erbrachten Notdienste an die Apotheken ausgezahlt werden.

Zur Verwaltung der Mittel wurde ein Nacht- und Notdienstfonds in Trägerschaft des DAV eingerichtet. Finanziert wird der Fonds durch eine Anpassung der Arzneimittelpreisverordnung, welche zum 01.08.2013 in Kraft getreten ist. Zu diesem Stichtag erhöhen sich die Preise verschreibungspflichtiger Humanarzneimittel um 16 Cent zzgl. Mehrwertsteuer. Die 16 Cent stellen einen zweckgebundenen Betrag dar, welcher pro verkaufter Packung von den Apotheken an den Fonds abzuführen ist.

Bei Arzneimitteln, die als Sachleistung abgegeben und über die Rechenzentren abgerechnet werden, übernehmen die Rechenzentren die Einzahlung in den Fonds. Über die Anzahl verschreibungspflichtiger Humanarzneimittel, welche anderweitig abgegeben wurden, müssen die Apotheken in einer Selbsterklärung Auskunft geben. Die daraus resultierenden Beitragsanteile werden über die Rechenzentren an den Fonds gemeldet und dort entsprechend verrechnet.

Änderungen in WINAPO® zum 01.08.2013

  • Anpassung der Preise verschreibungspflichtiger Humanarzneimittel (Preisänderungsdienst)
  • Anpassung der Berechnungsfunktion für Aufschläge gemäß Arzneimittelpreisverordnung
  • Protokollierung der in der Kasse verkauften Packungen, welche der Beitragspflicht an den Notdienstfonds unterliegen.

Die Beitragspflicht beträgt 16 Cent netto pro Packung, die dem Geltungsbereich der Arzneimittelpreisverordnung unterliegt. Konstellationen der Abgabe verschreibungspflichtiger Humanarzneimittel, welche nicht der Arzneimittelpreisverordnung unterliegen, müssen über die Verkaufsarten Sprechstundenbedarf oder Bar bzw. über andere WINAPO®-Module (Warenabgabe in der Warenwirtschaft) abgewickelt werden, damit sie von WINAPO® nicht fälschlich als beitragspflichtig behandelt werden.

Zu nennen sind insbesondere

  • Abgabe von Packungen an andere Apotheken
  • Abgabe von Packungen an Krankenhäuser und gleichgestellte Einrichtungen
  • Abgabe an in § 47 Absatz 1 Satz 1 Nummer 2 bis 9 AMG genannten Personen und Einrichtungen unter den dort bezeichneten Voraussetzungen (betrifft u.a. Lieferung von Impfstoffen und Infusionslösungen an Ärzte und Gesundheitsämter)
  • Abgabe von Humanarzneimitteln zur Anwendung bei Tieren 


Druckfunktion für den Selbsterklärungs-Sonderbeleg Nacht- und Notdienstfonds

Die Belege sind den Anforderungen des DAV zufolge monatlich am ersten Werktag für den zurückliegenden Monat zu bedrucken, erstmals also ab 2. September für die im August abgegebenen Packungen. Die Apotheke druckt pro Apotheken-IK (auch für IK ohne Abgabemengen) einen Beleg und reicht diesen bei ihrem Apothekenrechenzentrum ein.

Den Selbsterklärungs-Sonderbeleg drucken Sie in der Kasse wie folgt aus: 

  • Legen Sie den Sonderbeleg am Kassendrucker ein. 
  • Wählen Sie unter Abverkauf / Register Drucken / Sonstige Layouts die Funktionsschaltfläche Selbsterklärung Nacht- und Notdienstfonds aus.

64 ANSG Kasse 2.png 

Folgender Druckdialog wird geöffnet:

64 ANSG Kasse 3.png 

  • Das Apotheken-IK ist automatisch für den Druck vorbelegt. Weitere Institutionskennzeichen, die in der Personenverwaltung (Apothekenname / Betriebsdaten / Bereich Apothekendaten) eingetragen sind, können per Combobox ausgewählt werden.
  • Als Abgabemonat ist immer der letzte vergangene Monat vorbelegt. Für den Druck von "Abgabemonat Beginn" und "Abgabemonat Ende" wird das entsprechende Datum automatisch ermittelt.
  • Die Anzahl der abgegebenen Packungen verschreibungspflichtiger Fertigarzneimittel zur Anwendung bei Menschen im eingestellten Monat, die nicht über das Rechenzentrum abgerechnet werden, wird automatisch ermittelt und in Feld "Anzahl" und Feld "Summe" im vorgegebenen Format gedruckt.
  • Die Sonder-PZN 02567768 wird automatisch vorbelegt und im Feld "Sonderkennzeichen" gedruckt
  • Apothekenname und -adresse wird automatisch ermittelt und an der vorgegebenen Stelle, neben "Abgabemonat Ende" gedruckt.


Auswertungen: Individuelle Modelle

Mit den zwei neuen, individuellen Auswertungsmodellen "Notdienstfondsbeitrag GKV (zeitraumbezogen)" und "Notdienstfondsbeitrag PKV (zeitraumbezogen)" können Sie sich einen artikelbezogenen Überblick über den im angegebenen Zeitraum abzuführenden Notdienstfondsbeitrag für GKV bzw. PKV-Rezepte und Arztempfehlungen verschaffen:

  • Stellen Sie in der Applikation Auswertungen das Thema Individuelle Modelle  Datei:64 sym Individ Modelle.png  ein und wählen Sie eines der beiden Modelle aus.

 64 ANSG Modelle 1.png 

  • Legen Sie in den Feldern DatumVon und DatumBis den gewünschten Zeitraum fest und lösen Sie die Recherche über Modell > Starten aus.

Als Ergebnis erhalten Sie eine Übersicht aller Artikel, bei denen im angegebenen Zeitraum ein Notdienstfondsbeitrag berücksichtigt wurde. Die Liste wird nach Artikeln sortiert und zeigt die kumulierten Werte pro Artikel und als Gesamtsumme.

 64 ANSG Modelle 2.png 

Mit dem nächsten WINAPO® 64 -Update werden wir Ihnen die neuen Notdienstfonds-Kennzahlen als Kriterien im Thema Artikel der Auswertungen zur Verfügung stellen. Zudem werden zwei neue Standardmodelle die oben beschriebenen individuellen Modelle ablösen.